Wohnmobil einwintern: 4 produktive Schritte für den Winter

Wohnmobil einwintern und Wohnwagen winterfest machen

Wohnmobil einwintern und Wohnwagen winterfest machen

„Kann man eigentlich wirklich ausschließen, dass wir Menschen keinen Winterschlaf brauchen? Ich finde das inzwischen immer zweifelhafter“

Auch wenn Du und ich keinen Winterschlaf machen, Du musst Dein Wohnmobil einwintern. Denn es braucht ihn und muss winterfest gemacht werden, um den kalten Winter zu überstehen und im nächsten Jahr frisch und munter in die Saison zu starten. Wie auch die Bären, Igel oder Siebenschläfer musst Du Dich darauf vorbereiten und dein Wohnmobil einwintern. Damit Du nichts vergisst und nach dem Winter keine böse Überraschung erlebst, habe ich Dir eine Checkliste zusammengestellt. Folge ihr und Du bist auf der sicheren Seite.

Wohnmobil einwintern: So geht es Schritt für Schritt

 

1. Entrümpel Dein Wohnmobil

Bevor die nächsten Schritte beginnen können, musst Du Dein Wohnmobil ausräumen. Alles was gefrieren kann oder Insekten und Mäuse anlockt muss raus. Am besten ist es, wenn Dein Wohnmobil über den Winter komplett leer ist. Wenn das erledigt ist, kann das „Wohnmobil einwintern“ oder das „Wohnwagen winterfest machen“ beginnen.

2. Reinigung

Ob von innen oder außen, Dein Wohnmobil muss glänzen. Damit sich im Winter kein Schimmel ansetzt, musst Du ordentlich durchlüften. Räume alle Regale und Schränke aus, putze die Fächer und lass anschließend die Türen offen. Das gilt auch für den Kühlschrank und das Gefrierfach, die Du zuerst abtaust und putzt. Sitzpolster und Matratzen stellst Du auf, damit sich darunter keine Feuchtigkeit absetzen kann. Alle anderen Möbel und Flächen kannst Du mit einem milden Mittel reinigen. Ich rate Dir auch alle Materialien zu entfernen, die Feuchtigkeit magisch anziehen, wie (Toiletten-) Papier, Kleidung, Bettwäsche, Handtücher etc. Falls Du einen Fernseher hast oder andere wichtige elektronische Geräte, nimm sie mit in Dein lauschig warmes Zuhause.

Falls Du kleine Schäden entdeckst, repariere sie sofort, damit sie nicht noch schlimmer werden. Dabei kannst Du auch gleich alle Schlösser und Scharniere ölen und die Dichtungen mit Pflegemittel behandeln. Gegebenenfalls kannst Du Lufttrockner aufstellen, um jeglicher Feuchtigkeit den Kampf anzusagen.

Auch die Außenreinigung darfst Du nicht vergessen. Erst mal muss der gröbste Dreck weg. Wenn Du einen Hochdruckreiniger hast, perfekt. Ansonsten musst Du selbst schrubben und zwar überall. Also das Dach, die Außenwänden, der Unterboden, die Markise und natürlich auch die Reifen, Felgen und Radkästen. Hierfür kannst Du beispielsweise ein umweltverträgliches Autoshampoo nutzen. Wenn Du schon dabei bist, kannst Du auch gleich noch wachsen und polieren. Auch hier gilt: Lackschäden, Dichtungen und Gelenke korrigieren oder reparieren.

3. Wasser, Strom, Gas und Tank

Alles Wasser muss raus. Angefangen beim Wassertank. Versuche ihn komplett zu entleeren, um ihn dann, mit offenem Deckel, über Winter zwischenzulagern. Dies geht zum Beispiel mithilfe der Pumpe. Du öffnest alle Wasserhähne, Duschbrausen und spülst immer wieder die Toilette solange bis kein Wasser mehr nachkommt. Dann schaltest Du die Pumpe ab, aber lässt alle Wasserhähne in mittlerer Position geöffnet. Danach folgen Grau- und Schwarzwassertank. Anschließend musst Du die Tanke, Schläuche, Pumpen und Filter noch reinigen, damit sich keine Bakterien einnisten.

Die Starterbatterie und alle Aufbau-Batterien musst Du vor dem Einwintern komplett vollladen. Wenn du Dein Wohnmobil ab und zu an ein Ladekabel hängen kannst, brauchst Du dir keine Gedanken darüber machen. Ansonsten musst Du ca. einmal im Monat eine kleine Spritztour machen oder notfalls die Batterie komplett ausbauen.

Nun zum Thema Gas. Entferne alle Gasflaschen und lagere sie trocken ein. Wenn das nicht möglich ist, kannst Du die Ventile zudrehen und das übrige Gas aus den Leitungen entweichen lassen. Zusätzlich kannst Du noch die Absperrhähne im Inneren deines Wohnmobils zudrehen und die Schutzkappen aufsetzen.

Den Tank solltest Du volltanken, damit es keine Rostschäden gibt. Eventuell mit Winterdiesel, falls dieser in der Tankstelle deines Vertrauens vorhanden ist. Und wenn Du schon mal dort bist, kannst Du den Füllstand und den Frostschutz des Kühlwassers und der Scheibenwischanlage überprüfen und nachfüllen. Zu guter Letzt musst Du noch den Reifendruck um 0,5 bar erhöhen.

4. Winterquartier

Wie die Fledermaus brauchst auch Du einen wetterfesten Unterschlupf für dein Wohnmobil. Optimal sind eine Garage, ein Carport oder eine Halle. Ansonsten benötigst Du eine Abdeckung. Diese muss unbedingt luftdurchlässig sein, da ansonsten die Luft nicht im Wohnmobil zirkulieren kann und es zur Schimmelbildung kommt. Beim Abstellen sind noch andere Hinweise zu beachten:  Handbremse lösen, in den ersten Gang schalten und Keile vor die Reifen legen, damit das Fahrzeug nicht davon rollt. Wenn Du Stützen hast, musst Du Dein Wohnmobil so hoch aufbocken bis die Räder entlastet sind.

So, nun öffne die Dachluke einen Spalt. Natürlich nur, wenn Dein Wohnmobil oder Wohnwagen unter einem Dach steht. Ansonsten solltest Du eine Abdeckplane nutzen, damit der nächste Frost nicht Deinen Lack beschädigt.

Da du nicht 24/7 auf deinen Wohnwagen oder dein Wohnmobil aufpassen kannst, benötigst Du einen guten Diebstahlschutz und solltest auch die Versicherungsbedingungen nochmals gründlich durchlesen. Falls Du eine neue Versicherung benötigst, kannst Du Dich bei www.wohnmobilversicherung.de über das Angebot informieren und Preise vergleichen.

Wenn Du alle Schritte erfolgreich abgeschlossen hast, ist das Wohnmobil einwintern abgeschlossen und Du kannst Dich entspannt zurück lehnen.

Falls Du spontan doch noch Lust auf Wintercamping bekommen solltest, schau auf meinen Eintrag zum Thema Wintercamping in Bayern und am Bodensee vorbei und hol dir Ideen, wo Du dein Wintercamping-Abenteuer verbringen kannst.

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